Case study

[How to] Wie und warum sollte man die Kondensatpumpe eines Klimageräts reinigen?

01/07/2020

Die Geräte von Raumluft-Klimaanlagen sind sehr häufig mit einer Mini-Kondensatpumpe ausgestattet, die dazu da ist, das Kondensat zu beseitigen, das sich am Verdampfer bildet. Es ist ganz natürlich, dass diese Pumpen im Lauf der Zeit verschmutzen, aber warum ist das so? 

Ein generelles Problem: der Biofilm

Der Hauptgrund für das Verschmutzen einer Kondensatpumpe ist der Biofilm. Er ist der Hauptübeltäter, denn unabhängig von den Bedingungen lässt sich seine Entstehung nicht vermeiden. Es handelt sich dabei um Bakterien, die symbiotisch leben, um sich eine für ihre Vermehrung günstige Umgebung zu schaffen. Dieser “biologische Kokon” zeichnet sich durch eine dicke vielzellige Schicht aus, die viskos beziehungsweise klebrig ist, wenn sie feucht beziehungsweise trocken ist.  

Je nach Umgebung des Klimageräts gibt es weitere Ursachen, die nicht zu vernachlässigen sind:  

  • Staub und in der Luft zirkulierende Partikel lagern sich am Verdampfer ab  

  • Bestimmte Aerosole und sonstige Lacke können in die Luft gelangen (beispielsweise beim Friseur)  

  • Zellulosestaub (Papierstaub), der in Büchereien und Buchhandlungen sehr verbreitet ist  

  • Zigarettenrauch (Mikropartikel, die sich zu einer dicken Schicht ansammeln)  

  • Fetthaltige Dämpfe in Küchen, insbesondere bei zum Wohnbereich offenen Küchen (siehe unser Beispiel bei einem Chocolatier)

Die Aufzählung ist ohne Anspruch auf Vollständigkeit, gibt aber eine Vorstellung davon, was eine Kondensatpumpe während der Kühlperiode ableiten kann.  

Schützen Sie den Sensor! 

Vorrangig bei der Wartung einer Pumpe ist, sich zu vergewissern, dass der Füllstandsmesser im Behälter ordnungsgemäß funktioniert, damit er die Absaugung korrekt auslösen kann. 

Die mechanische Funktionsweise bestimmter klassischer Füllstandsmesser, wie solcher mit einem Schwimmer, ist für Verschmutzung besonders anfällig. Nach einer winterlichen Heizperiode ohne Kondensation kann der Schwimmer am getrocknetem Biofilm auf dem Behälterboden kleben bleiben. Aerosole, Lacke und fetthaltige Dämpfe können die gleiche Wirkung haben. Darüber hinaus kann sein Auftrieb auch von Staub und angesammelten Partikeln blockiert werden. Sobald der Sensor blockiert ist, schaltet sich die Pumpe nicht mehr ein und es kommt zu Leckagen! 

Unsere Pumpe Si-30 Detect+ besitzt einen nicht-mechanischen kapazitiven Sensor, der den Kondensatstand durch einen Kontakt ermittelt. Dieses System ist weniger anfällig für Verschmutzung, insbesondere in Gebäuden mit verunreinigter Innenraumluft (Friseursalons, Küchen, Fabriken, usw.). Während ein Schwimmer bei entsprechender Umgebung alle zwei Monate kontrolliert werden müsste, kann man stattdessen zur klassischen Inspektion einmal im Jahr zurückkehren!  

Wie führt man die korrekte Reinigung und Wartung einer Kondensatpumpe durch?

Es ist also unumgänglich, vor jedem Sommer das ordnungsgemäße Funktionieren seines Klimageräts und insbesondere seiner Mini-Kondensatpumpe zu überprüfen, die sogar verschmutzt sein kann, ohne in der winterlichen Heizperiode funktioniert zu haben.

  1. Eine Mini-Kondensatpumpe und insbesondere ihr Sensorblock sind im Gerät einer Raumluft-Klimaanlage häufig schwer zugänglich. Dazu muss man erst die Einheit aus ihrer Wandhalterung lösen und dann den Sensorblock der Pumpe herausnehmen. Dies ist eine Aufgabe, die von einem Techniker wahrgenommen wird.

Durch unsere Lösungen Delta Pack und Omega Pack vereinfacht sich der Zugang zur Pumpe allerdings beträchtlich, was die Arbeit des HLK-Technikers sehr beschleunigt. Die exzentrisch positionierte Pumpe befindet sich in einem leicht zu öffnenden Kanal, und am durchsichtigen Behälter lässt sich sofort erkennen, ob sie verschmutzt ist. 

  1. Es ist ratsam, vor jeder Intervention das Klimagerät spannungsfrei zu legen, nicht jedoch die Stromversorgung der Pumpe zu unterbrechen, damit man ihr ordnungsgemäßes Funktionieren überprüfen kann.

  2. Zum Überprüfen der Pumpenfunktion (insbesondere ihres Sensorblocks) kann man mithilfe einer Kanne Wasser präzise auf der ganzen Verdampferfläche und dann im Sammelbehälter verteilen. Bei einem transparenten Kondensatbehälter kann man sehen, ob die Pumpe arbeitet und der Wasserstand absinkt. Ist der Kondensatbehälter nicht durchsichtig, muß man genau hinhören, ob sich die Pumpe einschaltet und läuft. Im Fall einer Leckage ist die Pumpe entweder zu stark verschmutzt oder defekt. 

  3. Zum Reinigen der Pumpe sind Im Handel spezielle Reinigungsmittel erhältlich. Sie sind auch für das Reinigen der Verdampferrippen geeignet, die als allererstes verschmutzen. Das Reinigungsmittel wird dann abgepumpt, wodurch zugleich das Reinigen der Pumpe beginnt. 

Steht kein spezielles Reinigungsmittel bereit, kann man Wasser benutzen (am besten demineralisiertes Wasser), das man mit 5 % Javellauge mischt. ACHTUNG: Benutzen Sie niemals Kohlenwasserstoffe oder Lösungsmittel wie Aceton, denn diese zerstören Kunststoffe und besonders Gummi (Dichtungen und Pumpenkern). Weißweinessig ist nicht besonders angebracht, da Kondensat frei von Mineralstoffen ist, sodass es nicht zu Problemen mit Kalkablagerungen kommen kann.

  1. Anschließend öffnet man den Behälter des Sensorblocks und spült ihn mit der gleichen Flüssigkeit (oder einfach mit Wasser), um alle Partikel zu entfernen. Vergewissern Sie sich, dass der Behälterboden nicht klebrig ist, und dass der Schwimmer ebenfalls sauber ist und nicht klebt, sodass er leicht verschiebbar ist. Beachten Sie, dass für kapazitive Sensorsysteme die Vorgehensweise prinzipiell gleich ist. Bei diesen kann zwar die mechanische Beweglichkeit kein Problem darstellen, aber eine gute Reinigung ist durchaus sinnvoll!  

  1. Montieren Sie wieder den Sensorblock und vergessen Sie vor allem nicht, wie in Schritt 3 beschrieben, seine korrekte Funktion zu überprüfen.  

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